Doping mit Anabolika beim VfB Stuttgart und SC Freiburg

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Die Vereine VfB Stuttgart und SC Freiburg sollen für ihre Spieler Anabolika finanziert haben. Das berichtet ein Mitglied aus der Evaluierungskommission Freiburger Sportmedizin. Der Kommission liegen Belege aus den späten 70er und den frühen 80er Jahren vor.

Es sei nun “erstmals der sichere Befund möglich, dass Anabolikadoping auch im Profiußball eine signifikante Rolle spielte”, heißt es in der am Montag (2.3.2015) versendeten Zusammenfassung, die das Kommissionsmitglied Andreas Singler veröffentlichte. Der Kommission liegen Unterlagen vor, in der Überweisungen für Medikationen “im Umfang von mehreren Zentausend DM pro Jahr” auftauchen sollen. In den späten 70er Jahren und frühen 1980er Jahren hätten der Bundeligaverein VfB Stuttgart und “punktuell nachweisbar” auch der damalige Zweitligist SC Freiburg das Anabolikum Megagrisevit bestellt.

Löw und Adrion spielten in der Anabolika-Zeit für Stuttgart

Der VfB Stuttgart spielte in dieser Zeit in fast jeder Saison oben in der Bundesliga mit. Von 1977 bis 1984 brachte es der VfB zu einer Meisterschaft, einem Vizetitel, landetete jeweils dreimal auf Platz 3 und 4 in der Bundesliga. Zu den damaligen Kadern des Vereins zählten zahlreiche prominente Fußballer, die auch heute noch in prominenten Funktionen im deutschen Fußball aktiv sind. Der heute Bundestrainer Joachim Löw spielte in der von der Kommission beschriebenen Kernzeit sowohl für Freiburg (78-80) als auch für Stuttgart (80-81). Der langjährige U-21 Trainer der Nationalmannschaft, Rainer Adrion, spielte von 1980 bis 1982 für Stuttgart, wo er heute sportlicher Leiter der Nachwuchsmannschaften ist. Weitere ehemalige VfB-Kicker: Karlheinz Förster, Ottmar Hitzfeld, Hansi Müller, Dieter Hoeneß und Guido Buchwald.

Welche Spieler konkret Anabolika erhalten haben sollen, kann die Evaluierungskommission nicht erkennen, da “eine Zuordnung von Medikationen an einzelne, konkret zu benennende Spieler” nicht möglich sei.

Unveröffentliches Sondergutachten mit 60 Seiten

Die Erkentnisse dieser neuen Auswertung stützen sich auf Akten der Staatsanwaltschaft Freiburg, die ein Strafverfahren gegen Armin Klümper führten, was 1989 abgeschlossen wurde. Aus diesen Akten hat die Kommission ein 60-seitiges Sondergutachten mit dem Titel „Systematische Manipulationen im Radsport und Fußball“ erstellt. Es wird noch diskutiert, ob dieser Zwischenbericht in den nächsten Wochen unabhängig vom finalen Bericht der Kommission veröffentlicht wird.

Die neuen Berichte führen zum ersten Mal konkrete Dopingbelege zwischen Fußballvereinen und der Uni Freiburg auf. Dass der deutsche Fußball enge Verbindungen nach Freiburg und inbesondere Armin Klümper pflegte, war schon länger bekannt.

Fußballer finanzieren Arbeit von Dr. Klümper

Als Klümper immer weniger Steuergelder über das BMI erhielt, wurde für ihn ein Förderverein gegründet. Im Februar haben wir darüber ausführlich berichtet. An der Gründungsversammlung nahmen 1994 auch die zwei Fußballer Hansi Müller und Karlheinz Förster teil. Auch die Fußballgrößen Karl-Heinz Rummennige, Uli Hoeneß und Paul Breitner sollen sich mit einem fünfstelligen Betrag beteiligt haben. Gerhard Meyer-Vorfelder und Felix Magath fanden in der Vergangenheit ebenfalls lobende Worte für Klümper. So konnte Klümper jahrelang weiterarbeiten. Erst im Jahr 2000 wanderte Klümper nach Südafrika aus.

Telekom-Arzt jahrelang beim SC Freiburg

In Freiburg gab es noch andere Verflechtungen zwischen Doping und Fußball. Andreas Schmid, Doping-Arzt der Uniklinik in Freiburg und des Teams Telekom um Jan Ullrich, war zu seiner Dopingzeit auch über mehrere Jahre Mannschaftsarzt des SC Freiburg. Die Freiburger weigerten sich nach den Enthüllungen sogar, sich von Schmid zu trennen. “Wir werden mit ihm auf jeden Fall weitermachen”, sagte damals SC-Präsident Achim Stocker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. “Für mich ist Andreas Schmid ein Toparzt, der bei uns Toparbeit geleistet hat. Er ist ein angenehmer und fairer Typ. Die Dopingvorwürfe sind für uns unvorstellbar und haben mit Fußball nichts zu tun.” Später trennte sich der Verein dann doch von Schmid.

Umfangreiche Medienberichte

In den letzten 24 Stunden gab es zahlreiche Berichte zum Thema. Die Süddeutsche Zeitung schrieb im Superlativ: “Dem deutschen Fußball droht der größte Dopingskandal seiner Geschichte”. Der Verein Stuttgart schrieb in einer Stellungnahme, es sei schwierig “damalige Abläufe und eventuelle Behandlungen durch externe Mediziner nachzuvollziehen.” Der in der Kernzeit tätige VfB-Coach (76-79 & 80-82) Jürgen Sundermann wies zwar Dopingvorwürfe gegenüber Sport1 von sich, bestätigte aber “ein enges Verhältnis zu Dr. Armin Klümper.”

Alleingang von Andreas Singler?

Die Zusammenfassung der neuen Ergebnisse veröffentlicht das Kommissionsmitglied Andreas Singler. Von einem Alleingang sprachen die Kommissions-Vorsitzende Letizia Paoli und Neu-Mitglied Fritz Sörgel (siehe Aussagen in der tz). Den inhaltlichen Aussagen stimmte Paoli zu. Sie wollte die Sondermeldung aber erst im abschließenden Gesamtbericht veröffentlichen.

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Hier finden Sie die Pressemitteilung und Abstract von Andreas Singler zum Sondergutachten mit dem Titel „Systematische Manipulationen im Radsport und Fußball“. Beide Dokumente wurde am 2. März 2015 veröffentlicht.

Pressemitteilung:

Abstract:

Dopingprozess in Rosenheim: Dubiose Ernährungsberater sind Alltag

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Ein Mediziner, der Amateur-Kraftsportler und Bodybuilder mit Dopingmitteln versorgt haben soll, steht ab heute am Amtsgericht Rosenheim vor Gericht. Pikant: Der Mann arbeitete zwischen April 2009 und Juni 2012 auch am Olympiastützpunkt Rheinland-Pfalz/Saarland. Dort hielt er vor Kaderathleten und deren Trainern Vorträge über Sportlerernährung. „Vereinzelt beriet der Mitarbeiter Bundeskaderathleten auch individuell“, schrieb der Stützpunkt im Juni 2012 in einer Erklärung. Dopingvorwürfe wies man damals als „völlig unbegründet“ zurück, trotzdem entließ der Olympiastützpunkt den Mediziner. Der Mediziner arbeitete zudem mit einem Schweizer Unternehmen zusammen, dass auch Teams im Profifußball betreute.

[Von unserem Mitarbeiter Fabian Scheler]

[Update 12. Februar 2015: Mittlerweile hat das Rosenheimer Amtsgericht das Urteil gesprochen: Der Mediziner bekommt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren für den Handel mit Dopingmitteln. Er hat in mehreren Fällen gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen. Einer härteren Strafe entging er, weil er vor Gericht ein Geständnis ablegte. Er gab zu, Dopingmittel an Bodybuilder und Amateur-Kraftsportler verteilt zu haben. Gleichzeitig bestritt er aber jegliche Weitergabe an Profisportler. Mit Athleten des Olympiastützpunkts Rheinland-Pfalz/Saarland hatte er eigenen Angaben zufolge nur als Ernährungsberater Kontakt. Die Profisportler hätten ihn auch nie nach verbotenen Mitteln gefragt. Zwischen 2009 und 2012 war der Arzt am Olympiastützpunkt angestellt. Die NADA gab außerdem gegenüber dem Bayerischen Rundfunk an, dass die Ermittlungen lange nicht richtig aufgenommen wurden, weil es sich um Doping im Amatuersport handelte. Weil der Arzt die Weitergabe an Profis nochmal bestritt, dürfte dieser Fall erledigt sein. Welche Profiteams der Mediziner in der Schweiz betreut, wurde nicht bekannt.] Weiterlesen

Wir starten einen Newsletter

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Wir bei fussballdoping.de starten morgen Mittag einen Newsletter. Wir werden in unregelmäßigen Abständen Infos über unsere Arbeit und Ergebnisse unserer Recherchen versenden.

In den vergangenen Monaten haben sich gut 300 Nutzer in unseren Newsletter eingetragen. Vielen Dank dafür. Gleichzeitig haben wir durch unsere Arbeit beim gemeinnützigen Recherchebüro CORRECT!V etwas mehr Ressourcen, in Recherchen einzusteigen. Grund genug, nicht mehr nur bei Facebook und Twitter zum Thema Schmerzmittel und Doping im Fußball zu informieren, sondern auch per E-Mail. Weiterlesen

fussballdoping.de sucht einen Praktikanten

Wir bei fussballdoping.de sind seit einigen Monaten Teil des Recherchebüros CORRECT!V. Zum ersten Mal haben wir damit die Möglichkeit, in unsere Recherchen zu Doping und Schmerzmitteln im Fußball zu investieren. Deshalb suchen wir jetzt einen Praktikanten.

Listicle bei sbnation.com / Screenshot

Listicle bei sbnation.com / Screenshot

Als Praktikant arbeitest Du direkt mit uns – Jonathan Sachse und Daniel Drepper – im Berliner Büro von CORRECT!V. Wir betreuen Dich bei der Umsetzung eigener Themenideen und arbeiten gemeinsam mit Dir an bereits anrecherchierten Beiträgen.

Dein Praktikum sollte zum nächstmöglichen Zeitpunkt (gerne schon Anfang Februar) beginnen. Es dauert mindestens vier und maximal sechs Wochen. Wir zahlen Dir eine Aufwandsentschädigung. Die Bewerbungsfrist endet am 25. Januar.

Für eine Bewerbung musst Du folgendes tun: Weiterlesen

Fußballer sammelten für Spritzendoktor

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Die beiden früheren Bundesliga-Stars Hansi Müller und Karlheinz Förster sammelten nach Recherchen des WDR-Magazins Sport Inside Geld für den Spritzendoktor Armin Klümper. Der mittlerweile im Exil lebende Arzt arbeitete lange an der Uni Freiburg. Zu Klümpers Zeit galt Freiburg als sportmedizinische Dopinghochburg im deutschen Spitzensport.

[von Fabian Scheler, Jonathan Sachse und Daniel Drepper]

[Update, 20.02.2015: Bei der Aufklärung der Dopingvergangenheit in Freiburg gibt es neue Erkenntnisse. Offenbar spendeten noch mehr bekannte Fußballer für den Mediziner Armin Klümper, der im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Klümper selbst nannte in einem bislang unveröffentlichten Buch die Namen Hansi Müller und Paul Breitner. Das Manuskript des Buches liegt dem SWR vor.

Klümper war in Steuerschuld geraten. Daraufhin sammelte der frühere Weltklasseturner Eberhard Gienger Geld für Klümper. Auch die Fußballgrößen Karl-Heinz Rummennige, Uli Hoeneß und Paul Breitner sollen sich laut Spiegel mit einem fünfstelligen Betrag beteiligt haben. Klümper betreute viele deutschen Athleten, war bei vielen Sportlern sehr beliebt. Auch Felix Magath lobte ihn: „Er hat alles für seine Patienten getan.“

Dass der Fall Klümpner möglicherweise auch heute noch bis in höchste Stuttgarter Regierungskreise brisant ist, recherchierte die Stuttgarter Zeitung. Auch der ehemalige DFB-Präsident Gerhard Meyer-Vorfelder pflegte den Kontakt zum Freiburger Arzt. Ein exzellentes Hintergrundstück zur Doping-Causa Freiburg hat schon vor drei Jahren die Journalistin Grit Hartmann im Deutschlandfunk veröffentlicht.

Am Dienstag trifftsich die Paoli-Kommission, die die Dopingvergangenheit in Freiburg aufarbeitet, mit Vertretern aus dem Wissenschaftsministerium und der Universität Freiburg.]

Klümper galt als Wunderheiler. Hunderte Athleten ließen sich von ihm behandeln. Auch andere Prominenz, darunter mehre Politiker, setzen auf seine medizinischen Dienste. Klümper wurde 1984 wegen Rezeptbetrugs verurteilt. 1987 starb seine Patientin, die Siebenkämpferin Birgit Dressel, an einem toxischen Schock. 78 Medikamente wurden bei Dressel gefunden, darunter von Klümper verschriebene Anabolika. Diesen Armin Klümper unterstützten auch die beiden Europameister und Vize-Weltmeister Hansi Müller und Karlheinz Förster. Weiterlesen

Wie die FIFA einst in den Bundestag wollte

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“Lieber Norbert, ein Bundestagspräsident und Fußballer mit Herz wie Du, wäre h.E. der beste Gastgeber im Deutschen Bundestag.” ––– Walter Eschweiler aus dem Auswärtigen Amt (Referat für Internationale Sportbeziehungen) an Norbert Lammert.

Wenn die FIFA entscheidet, zum deutschen Volk zu sprechen, dann lädt sie sich einfach selber ein. So geschehen diesen Sommer. Unzufrieden mit deutscher Kritik am Kontrollsystem und negativer Presse hatte die FIFA an den Bundestag schreiben lassen. Man wolle die Abgeordneten über die gesundheitlichen Aspekte des Fußballs aufklären. Das nötige Scharnier war ein deutscher Diplomat, der dem Fußball selbst eng vebunden ist. Die kleine Episode ermöglicht einen Blick hinter die Polit-Kulisse – und auf das Selbstverständnis der Beteiligten.

[von Jonathan Sachse und Daniel Drepper]

Walter Eschweiler ist im Auswärtigen Amt “zuständig für internationale Sportpolitik”, so diktiert er ins Telefon. Eschweiler ist der Kontaktmann vor Ort. Wann immer dem großen Sport in den vergangenen drei Jahrzehnten irgendwo die Bühne bereitet wurde, hat er das deutsche Eckchen mit aufgebaut. Eschweiler bereitet die Besuche von Merkel & Co vor, sorgt für die Fahrten, die Hotels, die Eintrittskarten. “Und dafür, dass jeder weiß, wo er hinsoll.” Als deutsche Politiker im Sommer die WM in Brasilien besuchten, war Eschweiler, mittlerweile fast 80 Jahre alt, schon lange dort und empfing die Reisegruppe bei ihrer Ankunft. Nur Merkel die Kabine zeigen, dass mache dann doch DFB-Präsident Niersbach selbst. Weiterlesen

Thiago mit Wachstumshormon behandelt?

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Thiago Alcântara vom FC Bayern München ist nach Aussage seines spanischen Arztes mit “GrowthFactors” behandelt worden. Wir versuchen derzeit, vom FC Bayern und vom spanischen Arzt selbst zu erfahren, um welche Behandlungsmethode es sich dabei genau handelt.

[Von Jonathan Sachse und Daniel Drepper]

Wachstumshormon steht auf der Dopingliste, immer – sowohl im Wettkampf, als auch im Training. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung ist der Einsatz gestattet. Ob Thiago solch eine Genehmigung hat, war bislang weder von der Nationalen Anti-Doping-Agentur, noch vom FC Bayern zu erfahren. Wachstumsfaktoren sind umstritten, im Zweifel aber legal. Nach Hinweisen von Lesern haben wir unseren ersten Beitrag von gestern Abend ergänzt.

Im Folgenden unser Update.

Am Wochenende war Thiago Alcântara zum dritten Mal in Serie das Innenband im rechten Knie gerissen. Schon länger schwelt eine Diskussion über seine medizinische Behandlung. Gestern sollte Thiago in Barcelona operiert werden. Die OP wurde von Ramón Cugat durchgeführt. Ein Mannschaftsarzt des FC Bayern soll mit vor Ort gewesen sein, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Der verantwortliche Arzt Cugat schrieb einen Tag vor der Operation, auf seinem Blog über die aktuelle Diskussion und äußerte sich auch mit mehreren 140-Zeichen-Meldungen auf Twitter.

Thiago, so schreibt Cugat auf Twitter, wird mit Wachstumsfaktoren behandelt. Die Behandlung mit Wachstumsfaktoren sei eine Methode, die er schon seit Beginn des Jahrhunderts anwende. Weiterlesen

Englische Liga verheimlicht Dopingfall

Eine Partydroge wird zum Dopingfall // CC BY 3.0 drugs by Ricardo Augusto Cherem from The Noun Project

Eine Partydroge wird zum Dopingfall // CC BY 3.0 drugs by Ricardo Augusto Cherem from The Noun Project


Der ehemalige schottische Profi Garry O’Connor soll bei einer Dopingprobe positiv auf Kokain getestet worden sein. Der positive Test wurde nie bekannt. Der englische Ligaverband FA und sein damaliger Verein Birmingham City hätten den Dopingfall im Jahr 2011 verheimlicht, sagt O’Connor.

Die schottische Boulevard-Zeitung Daily Record hat mit O’Connor über den nicht bekannten Dopingfall gesprochen.

O’Connor sagt, er sei im Jahr 2011 nach einem Spiel gegen Arsenal abends unterwegs gewesen. An diesem Abend habe er auch Kokain gezogen. Zwei Tage später wurde er bei einer Dopingkontrolle erwischt.

Daraufhin soll es Gespräche zwischen seinem Verein Birmingham und der FA gegeben haben. Diese schickten O’Connor für acht Wochen in eine Entzugsklinik nach Arizona. Gegenüber der Öffentlichkeit wurde der positive Dopingtest verschwiegen. Vor O’Connors Mitspielern wurde seine Reise als “Hüft-Operation” getarnt.

Die Kosten für die Klinik – etwa 35.000 britische Pfund – musste O’Connor damals selber tragen. Zusätzlich hätte er für den positiven Test eine Geldstrafe von 180.000 Pfund gezahlt, wird O’Connor vom Daily Record zitiert.

Vier Mal Fußballdoping in einer Woche

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Doping im Fußball meldet sich mit Macht zurück, in der vergangenen Woche sind innerhalb weniger Tage vier Fälle zum Thema bekannt geworden. Wir liefern Euch hier kurze Zusammenfassungen und Links.

1) Bei den Asienspielen ist ein tadschikischer Spieler positiv auf das Aufputschmittel Methylhexanamie getestet worden. Der Abwehrspieler Khurshed Beknazarov ist 20 Jahre alt. Beknazarov wurde von den Asienspielen ausgeschlossen.

2) Franco Sosa ist wegen des Gebrauchs von Clenbuterol für zwei Jahre gesperrt worden. Clenbuterol ist ein Kälbermastmittel, das zum Muskelaufbau verwendet wird. Sosa war Kapitän von Tacuarembó FC, einem Zweitligaklub in Uruguay.

3) Der kanadische Nationalspieler Atiba Hutchinson, aktiv für Besiktas Istanbul, ist mit Asthma-Medikamenten aufgefallen, für die seine Ausnahmegenehmigung abgelaufen war. Wer mehr Informationen in türkischen Medien findet, melde sich gern.

4) Beim brasilianischen Spitzenklub Botafogo gab es vergangene Woche Ärger, weil die saudi-arabische Anti-Doipng-Agentur Stürmer Jobson vorwarf, einen Dopingtest verweigert zu haben. Jobson war zuletzt an den saudischen Klub Al-Ittihad ausgeliehen. Botafogo und Jobson sagen offenbar, die Meldung über den verweigerten Dopingtest sei eine Racheaktion von Al-Ittihad. In Wahrheit gehe es um Geldstreitigkeiten. Allerdings hat Jobson bereits eine Doping-Vergangenheit: Im Dezember 2009 war er mit Kokain aufgefallen, was ihm nach viel juristischem HickHack eine zweijährige Sperre einbrachte.

Wer Infos zu Doping und Dopingfällen im Fußball hat, melde sich gerne jederzeit per E-Mail oder telefonisch bei uns. Für sensible Informationen steht der verschlüsselte Upload des Recherchebüros CORRECT!V zur Verfügung.

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Doping im holländischen Amateurfußball

Spakenburg-Fans. / screenshot von nrc.nl

Spakenburg-Fans. / screenshot von nrc.nl

Mit Aufputschmitteln zum holländischen Amateurfußball-Titel: Spieler des SV Spakenburg haben sich vor zwei Jahren systematisch Stimulanzien eingeflößt, um sich den Titel als holländischer Amateurmeister zu sichern. Das zumindest berichtete am vergangenen Wochenende ausführlichst das NRC Handelsblad, eine der größten Qualitätszeitungen der Niederlande. Der Skandal passt zu dem, was in Gesprächen und einzelnen Texten immer wieder über den Amateurfußball berichtet wird.

Die Mehrheit der Spieler, schreibt das Blatt, hätten in der Saison 2011/12 die Substanz CrackV3 genutzt, die auch die Stimulans Methylhexanamine enthält. Das Mittel soll vor den Spielen offen in der Kabine gestanden haben. Nun soll es eine interne Untersuchung geben.

Medizinische Abteilung wusste wohl Bescheid
Die Stimulans soll von den meisten Stammspielern regelmäßig genommen worden sein, die gesamte Mannschaft inklusive der medizinischen Abteilung hätten Bescheid gewusst, dass das Team die verbotene Substanz nutzt. Weiterlesen